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Friday, 26 October 2012

Stellt euch vor hier wäre ein origineller Titel zu diesem Beitrag

Nach meinem Aufenthalt in Island Bay war es soweit: Meine erste Wohnung, allerdings nur zur Zwischenmiete. Durch eine Bekannte bekam ich ein Zimmer in einer lustigen, munteren Hippiekommune in Mount Cook, direkt neben der Uni. Dort wurde gekocht, gequatscht, wieder gekocht, draußen am Feuer gesessen und außerdem....ja, gekocht. Und wenn nicht gekocht wurde, wurde gebacken. Das war sehr großartig dort, wenn auch manchmal ein wenig überfüllt.
Das Haus war eine dieser netten alten Villen, die hier das Stadtbild prägen, und sogar trocken und warm (was echt selten ist in dieser Stadt, fast alles ist feucht und kalt oder schimmlig und noch kälter - lernt endlich bauen!).
Hatte 4 Zimmer, ne Wohnküche und noch ein 5. Zimmer im Hinterhaus mit insgesamt 7 Leuten, die da gewohnt haben auf geschätzten 100 m². Das wäre selbst für europäische Verhältnisse wenig Raum, aber so ist es in dieser Stadt. Wellington gilt als die Stadt mit den höchsten Mietpreisen, und das glaubt man auch sofort. Ist sogar noch teurer als Bonn und das in einem Land, wo es eins zuhauf gibt: Land. Außer hier. Da ist guter Raum teuer.
Dennoch, das Leben in der Hippiekommune war lustig, leider zeitlich befristet, aber da machste nix. Danach ging es dann in meine erste wirkliche Wohnung, geteilt mit einem Kiwi-Mädel, in Mount Victoria. 5 Minuten vom Zentrum entfernt, sehr praktisch.
Der Job hatte sich mittlerweile als sehr...scheiße entpuppt. Mein Boss ist nicht bloss exzentrisch, sondern ein extrem frustrierter alter Typ, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als alles und jedem auf die Finger zu schauen und rumzumeckern, wenn da jetzt ein Kissen 2 Zentimeter zu weit rechts platziert wurde und ähnliches. Die Sorte alter Mann, der die Polizei ruft, wenn einer vor seiner Tür falsch parkt, auch wenn er niemanden blockiert, sondern 2 cm zu weit auf der weißen Linie steht. Was so ein Typ als Besitzer eines Gasthauses macht, ist mir ziemlich schleierhaft. Der ist nicht nur zu mir so, sondern auch zu den Gästen teilweise. Verrückt. Da hilft nur Ignoranz und weiter nach anderen Jobs gucken.

Ansonsten habe ich das Wellingtoner Nachtleben erkundet, das ziemlich viel bietet wie Pubs, Discos, Livemusik, Straßenmusik usw. Ja, das ist ziemlich amüsant am Wochenende (Montags und Dienstags relativ tot, aber ab Mittwoch geht das Ganze wieder los). Und es gibt viele tolle Märkte. Ausgefallene Künstlermärkte, Nachtmärkte mit Spezialitäten aus aller Welt und natürlich die Bauernmärkte, wo man endlich, ENDLICH mal frisches Obst und Gemüse zu erschwinglichen Preisen bekommt.
Und ein paar kleinere Exkursionen habe ich auch unternommen.
Einmal ganz nach oben auf den mount Victoria Lookout, von wo aus man über Wellington gucken kann.

Auf halbem Weg, Blick über Oriental Bay:


Der Hafen und das Stadtzentrum:


Der Flughafen:



Ja, nach Mount Victoria ging die lustige Spazierfahrt weiter Richtung Seatoun. Da wurde mir dann klar, was "moving houses" im Extremfall bedeutet:



Das muss wahre Liebe sein, die der Eigentümer dieses Hauses für sein Domizil empfindet!
Bei einem Strandspaziergang stieß ich dann noch auf eine Strandparty in irgendeinem x-beliebigen Bootsschuppen. Weil die Kiwis so gastfreundlich sind, wird man als Passant eingeladen auf ein Bier und Crayfish, den sie selbst gefangen hatten. Das war ne nette Sache. Aufwärmen konnte man sich im übrigen an der brennenden Ghettotonne, das gehört einfach mal erwähnt an dieser Stelle.

Sooo, ja, das war soweit das nächste Kapitel Wellington.
Beim nächsten Mal....ja...mal gucken, worum es dann geht, weiß ich jetzt auch noch nicht, was ich mir bis dahin so ausgedacht habe ;-)

Monday, 15 October 2012

Auf der Suche nach Antworten....

Wir alle sind voller Fragen, wo komme ich her, wo gehe ich hin und wo bin ich eigentlich jetzt gerade?
Doch wo bekommt man die Antworten?
Einige bekommt man auf diesem Blog - vielleicht.
Danke google, dass du mir offenbarst, was Leute gesucht haben, als sie dabei zufällig hier gelandet sind.
Ich dachte mir, ich nehme mir ein paar Minuten Zeit, und versuche die dringendsten Fragen hier zu beantworten.

1. "Busse Auckland". Das ist einfach: http://www.maxx.co.nz
Ich würde allerdings vorschlagen, auf ein Auto zu sparen. Die Stadt ist weit gestreut, riesengroß und der öffentliche Nahverkehr echt mies. Außer den Pendlerfähren, die sind ziemlich cool.

2. "aotearoa wurst". Hmm...was möchte dieser Mensch wohl? Wissen, wie Wurst hier ist? Wenig gute Wurst im Supermarkt, aber es gibt gute Metzgereien. Wurst ist hier sehr teuer, wie jegliches Fleisch. Ob es eine Wurstmarke mit dem Namen Aotearoa gibt, nach der hier spezifisch gesucht werden könnte, weiß ich nicht, aber ich kann es mir vorstellen.

3. "long island treibgut". Keine Ahnung, warum landet eine Nachfrage nach Long Island auf meiner Seite?? Long Island ist zu weit weg, musst du leider selber gucken gehen, was dort so angespült wird. Vielleicht hat google Street View eine Antwort?

4. "schwarze lavastein". Ja, den gibt es hier zuhauf. Besonders imposant zu sehen auf Rangitoto Island vor den Toren Aucklands. 

5. "selbstgebautes hindernis pferd". Das ist mal eine interessante Suchanfrage, die diesen Leser auf meine Seite geführt hat. Dies verlangt mir doch einiges ab, scheinen diese drei Worte doch völlig willkürlich und zusammenhanglos im Raum zu stehen. Ich hoffe, du hast die Antwort gefunden auf meiner Seite auch wenn ich die Frage nicht verstehe :-)

6. "Waipukurau". Noch eine einfache Frage, juhu! Infos zu Waipukurau und weiterführende Links gibt es unter dieser Adresse. Und hier meine schlammigen Abenteuer in diesem schlammigen Ort.


Soviel dazu, das soll fürs Erste genügen. Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen! Viel Glück!

Saturday, 13 October 2012

Wellington - jetzt aber wirklich!

Nachdem der letzte Rest zusammengepackt war, war es dann an der Zeit, nach Wellington zu fahren. M. und ihre Tochter konnten bei nem Freund der Familie unterkommen.
Ich habe die Couchsurfingalternative gewählt, weil dieser Typ echt unfassbar weit außerhalb wohnt, was ohne eigenes Auto super nervig ist. Die Busverbindungen sind zwar nicht schlecht, der Bus aber sehr teuer. Wenn man nach ner Wohnung und nem Job in der Stadt gucken will, ist es wohl eh am besten, auch genau dort zu sein. Vielleicht findet man ja auch gleich nette Kontakte oder jemanden, der jemanden kennt, der umzieht oder nen Job weiß, wie das hier ja mit allem so läuft.
So landete ich dann überaus zentral bei zwei amerikanischen Mädels, von wo aus ich mich bewerben konnte, Häuser angucken konnte und mentale Unterstützung bekam. Die beiden waren sehr nett. Wohnung und Job waren noch nicht gar so erfolgreich, aber man tut ja, was man kann.
Nach 5 Tagen bin ich dann umgezogen zu N. nach Island Bay. Ziemlich weit außerhalb, leider, aber sehr schönes Haus, viel Platz, wo ich sogar ein eigenes Zimmer hatte. Was ich ohne diese Bleibe in Wellington gemacht hätte, weiß der Teufel, ich konnte hier insgesamt fast 3 Wochen wohnen, hab im Gegenzug den Haushalt gemacht und ein bisschen Garten und über Gott und die Welt philosphiert. Ist hilfreich, wenn man bei Leuten wohnt, die in der selben Lage waren. N. war für einige Jahre durch Europa, insbesondere Grossbritannien gereist und da einige Male in der gleichen Lage wie ich in Wellington: Gestrandet, kennt noch niemanden, kein Job, keine Wohnung und auch kein Geld mehr (als ich in Wellington ankam, hatte ich weniger als 20$ in der Tasche, also quasi nix) und wurde ebenfalls durch nette großzügige Menschen davor bewahrt, im Zelt unter der Brücke zu schlafen. Also: Echt Glück gehabt!
Nach einer Woche stieß noch P. dazu, die ebenfalls gerade in Wellington angekommen war auf der Suche nach Job und Wohnung.
Wenn ich nicht Klinken putzen gegangen bin oder im Internet nach Jobangeboten geguckt hab, hab ich aus der Not eine Tugend gemacht und mir Island Bay angeguckt. Island Bay ist ein echt hübscher Vorort von Wellington, ca. 20 Minuten vom Zentrum mit dem Bus (oder gut 1 Stunde zu Fuß), also schon recht weit, aber auch nicht sooo extrem. Wie Godesberg von Bonn? Nur ohne den Zug leider. Dieser Vorort kann allerdings einiges mehr als Godesberg, denn er hat erstklassige Wanderwege mit Hügeln und schönen Stränden und Pinguine im Sommer (los, Sommer, komm endlich! Wie viele Pinguinstrände habe ich vergeblich angesteuert seit April....)
Ja, hier ein kleines fotografisches Potpourri dieses tollen Vorortes der neuseeländischen Hauptstadt:
Ein großartiger Balkon:


Der Beweis, dass sich die Natur alles zurück holt eines schönen Tages


Bei gutem Wetter kann man die Südinsel sehen mit den (noch) Schnee bedeckten Bergen!


Ja, der Strand und so. Wellington hat auch ein paar Sandstrände, aber eben nicht hier und die hier sehen irgendwie auch cooler aus



Und: Eine Seerobbenkolonie gibt es auch in Island Bay!
Keine Pinguine...
Die Jobsuche in Wellington gestaltete sich nicht sooo einfach wie erhofft, aber P. und ich kamen beide zu dem Schluß, dass wir bisher einfach so viel Glück hatten, dass wir jetzt überrascht sind, wenn es nicht sofort auf Anhieb innerhalb weniger Tage klappt, was aber wohl eher der Normalfall ist als umgekehrt. Jobs gibt es viele, aber die Konkurrenz ist auch groß. Wenn irgendein Laden ein Schild im Schaufenster hat, dass er Leute einstellt, muss man auch mit der Tatsache leben, dass es eine Art Deadline gibt, bis zu der Bewerbungen angenommen und angeschaut werden und dann erst werden Leute zu Interviews eingeladen. Und für jeden Furzjob braucht man nen Lebenslauf, den keiner liest.
Außerdem sind hier viele Leute meines Alters, die Regel, dass ein Job nur an Ausländer gegeben werden darf, wenn kein geeigneter Kandidat aus NZ zur Verfügung steht (zumindest während der aktuellen Rezession)...was macht man also? Genau, die Jobs, die die Einheimischen nicht machen wollen oder wo es nicht drauf ankommt, dass man nur ein befristetes Visum hat, sprich: meistens Gastronomie-Scheiß oder Ähnliches.

Nun ja, der erste Job, der mir dann angeboten wurde, war in einem kleinen Bed and Breakfast, wo meine Aufgabe sein sollte, Ordnung zu halten und eventuell mal die ein oder andere Rezeptionstätigkeit auszuführen. Der Typ, dem das ganze Etablissement gehört, war irgendwie wunderlich, komischer alter Kauz, aber man ist ja erstmal nicht wählerisch mit den Jobs, wenn man bis auf ein paar Dollar in der Tasche völlig abgebrannt ist.

Habe die Zeit dann auch mal genutzt, in Wellington noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben und öfter mal die Kamera mitgenommen auf dem Weg zur Arbeit (ist ja ne Stunde zu Fuß von Island Bay, das B&B ist sehr zentral gelegen) und ihr wollt ja bestimmt eh lieber Fotos gucken statt noch viel mehr Text zu lesen, also hier: erste Eindrücke der Hauptstadt!
Blick von der Waterfront (der Strandpromende) auf Mount Victoria

Waterfront neben Te Papa, dem Nationalmuseum:

Ein altes verlassenes Haus in Newtown oder Berhampore, umfunktioniert zur Bushaltestelle:

Ich weiß nicht, ob man es sehen kann (mein Bildschirm ist einfach zu klein um das zu beurteilen), aber das Auto hat einen Aufkleber AUTOBAHN über der Windschutzscheibe, das musste mal festgehalten werden!


Cuba Street, das alternative und Künstler-Herz der Stadt. Hier die Bucket Fountain. Präzise misskalkuliert entleeren sich die Schaufeln stets zu einem guten Teil exakt neben das Becken, in dem das Wasser aufgefangen werden soll.


Der Regenunterstand. Einfach so, wie an so vielen Kreuzungen eine kleine Schutzvorrichtung gegen Wind und Wetter. Der architektonische Beweis, wie bescheiden das Wetter in Wellington oft ist. Bzw. so schlimm ist es nicht mit der Anzahl der Schlechtwettertage, aber beim Niederschlag gibt es im Wesentlichen zwei Kategorien: trocken oder nass bis auf die Knochen in 30 Sekunden. Naja, der Schirn ist auf jeden Fall nett und bunt.


Monday, 10 September 2012

Gut Ding will Weile haben, so war es auch mit dem Blog :-)

Jaaa...
lange nichts mehr geschrieben. Wahnsinn. Die Zeit ist aber auch wieder gerast. Krass. Nun ja, zu all den Dingen, die mich aufgehalten haben, sprich: das Kapitel Wellington, komme ich beim nächsten Mal. 
Wir wollen ja chronologisch bleiben, zur besseren Orientierung nicht zuletzt auch für mich.

Der nächste Halt nachdem ich den großartigen Truck verlassen habe war Wanganui.
Dort war ich ja schon mal, der gewiefte Leser mag sich erinnern an den Ausflug zum Flughafen und an den großartigen Spielplatz mit der Dinosaurierrutsche.
Anlass dorthin zu fahren, war nochmal M. und B. zu besuchen, bei denen wir damals gewesen sind für ein paar Tage. Da wir so viel Spaß hatten, haben wir den Kontakt gehalten. Und da Sanson bekanntermaßen stinkt, aber nah an Wanganui ist, schulterte ich mein Gepäck und machte mich auf den Weg. Irgendein Trucker nimmt einen immer mit in einem Land ohne öffentlichen Nahverkehr.
Das Programm des restlichen Tages war recht straff, sozusagen, denn es stand eine Party ins Haus (war wohl Wochenende). Also haben wir ab nachmittags Snacks vorbereitet und Bier getestet, um den optimalen Genuss für die Gäste sicherzustellen.
Die dann später eintrudelten. Waren zum größten Teil Arbeitskollegen, alle was älter, aber sehr lustig. Das Alters-Spießertum existiert in NZ irgendwie nicht so wirklich. Nicht wie in Deutschland jedenfalls. Man trifft es hin und wieder, aber Ausprägung und Anzahl Betroffener ist weitaus geringer.
Nach diversen Bier und sonstigem Unfug fassten wir den Plan, noch ins Pub zu gehen für Karaoke. Ja, wir waren alle betrunken und dachten, das wäre dufte jetzt.
Wir haben grandios schlecht gesungen und uns fast geschämt, bis wir dann merkten, dass die meisten anderen um uns herum noch viel schlechter und viel betrunkener waren - eine dankbare Kombination in diesem Fall.
Zurück gefahren hat uns ein Kollege von M. in seinem lustigen aufgemotzten Boy-Toy-Auto (Erklärung siehe in der aktualisierten Kuriositätensammlung, unter "Manta-Welle"). Weil es kalt war, dachten wir, im Spa abhängen ist ne gute Idee. Gesagt, getan, Badesachen an, ab in den Outdoor-Whirlpool, der hier im Lande ziemlich obligatorisch ist. Das sollte unbedingt in Deutschland etabliert werden.
Nun ja, wir saßen jedenfalls bis 6 Uhr morgens da drin, schrumpelig wie Omas, der ganze nächste Tag war zum Ausnüchtern notwendig. Die großartigste Schwachsinns-Sendung der Welt hat uns den Tag noch angenehm gemacht. Ein Applaus für Big Fat Gypsy Weddings, wo man lernt wie irische und britische Zigeunerfamilien so leben, man extrem ausgefallene Kleidung bewundern kann und so weiter und so fort...
Am nächsten Tag kamen Freunde/Familie von M. vorbei, P. und D., ein älteres Paar (Elterngeneration), er eher etwas ruhiger, sie eher die PArtykanone. Er ging relativ früh schlafen, wir Mädels haben ne gute Menge Bier und Wein getrunken, gesungen, getanzt und Abriss gefeiert.
Wir dachten uns, das Deck ist eh kaputt vom Erdbeben letzte Woche, eine Seite abgesackt, der ein oder andere Zaunpfeiler schief, morgen kommen die Bauarbeiter, wir könnten doch helfen! Tatkräftig haben wir also ein paar Bretter und Pfeiler umgeschubst und umgetreten und fanden uns ziemlich witzig. Abriss macht aber auch Freude.
Am nächsten Morgen tauchten allerdings nicht die Bauarbeiter auf, sondern D. erwähnte ganz beiläufig am Frühstücks/Mittagstisch, dass die Immobilienmaklerin, die das Haus verkaufen soll, angerufen hat und um 3 Uhr vorbeikommt, um sich das Haus anzugucken und Fotos zu machen.
Ein Blick auf das Deck und die generellen Überreste der letzten Nacht in Küche und Wohnzimmer plus das restliche Umzugs-Chaos führten zu einer spontanen panikartigen Aufräumaktion.
Ich glaube, keiner von uns hat innerhalb von 2 1/2 Stunden jemals so viel aufgeräumt.
Nun ja, es sah dann aber ok aus am Ende. Die hat uns wahrscheinlich für komisch gehalten. Jedenfalls hat sie das ganze Deck mit rot-weiß gestreiftem Tatort-Sicherungsband umzäunt, um Unfälle zu verhindern. Nur für den Fall, dass einer nicht sieht, dass es am Ende der Terasse steil abwärts geht, direkt in den Pool des Nachbarn. Oder für den Fall, dass wir auch an jenem Abend wieder so betrunken sein werden, dass wir nicht dran denken...
Zwei Tage später ging es dann nach Wellington. Mal die Hauptstadt angucken. Nen Freund von M. besuchen. Rumfahren, sinnlos rumfahren in Wellingtons schrecklichem Einbahnstraßensystem.
Nach Wohnungen gucken. Und so weiter.
Die Nacht verbrachten wir bei einem Kumpel von M., dessen Behausung eher kurios war. Die Assoziation mit dem Comicbuchverkäufer von den Simpsons würde es irgendwie treffen.
In der Warhammer/Herr der Ringe/Samurai-Schwerter-Variante. Das ganze Wohnzimmer bis oben hin voll.
Das Haus selbst war auch eher kurios. Wellington ist berühmt für seinen Wind, da denkt man, die Leute bauen auch irgendwie sturmstabile Häuser. Aber dieses Haus wackelte permanent wie bei einem - wenn auch eher leichten - Erdbeben. Im Küchenboden war ein Loch, direkt vor der Kühlschranktür. Eine ziemlich kreative Idee, Diät zu halten...
Nun ja, Haus- und Wohnungssuche war doch eher frustrierend. Aber Wellington war ganz nett.
Erstmal zurück nach Wanganui, noch ein bisschen packen und entspannen, und dann, ja dann geht die große Mission weiter!

Wednesday, 25 July 2012

Sunday, 22 July 2012

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne


Ja, das ist wohl sowieso in mehrfacher Hinsicht eine der Bilanzen dieser ganzen Neuseelandsache. 
In diesem Eintrag geht es aber im Speziellen um...ja, um das Ende meines Lebens auf den Highways down under. Das Ende des Lebens in einem Lastkraftwagen mit Kind und Kegel, Pferd und Hund. 
Die letzte gemeinsame Reise ist gereist, gut 6.000 Kilometer (wir können auch nur grob schätzen, der Kilometerzähler tut´s nicht wirklich) und 2 1/2 Monate waren dieses Vehikel und seine Insassen mein Zu Hause. 
Im Gedenken an diese großartige Zeit sitze ich nun auf dem Sofa neben der Heizung, eingewickelt in eine Oma-Decke, höre Pink Floyd und schreibe den letzten Reisebericht über die Abenteuer im immer noch namenlosen Truck.

Demolition Derby!

Noch ein paar Wartungsarbeiten, Rost abschleifen, neu streichen und so weiter. Der Kupplung gut zureden, wenigstens noch 1.000 Kilometer durchzuhalten. Mal die Fahrerkabine sauber machen (ihr erinnert euch an all den Schlamm? Genau, der muss mal grund gereinigt werden), Biervorräte auffüllen und auf geht es.
Der Wettergott ist uns nicht allzu hold beim Aufbruch, es schüttet in Strömen. Regen vom Typ "nass auf bis auf die Unterhose in unter 20 Sekunden".
Darum nur die halbe Strecke der geplanten Distanz, nächster Halt Cambridge.
Netterweise können wir bei P. und B. unterkommen, die zwei Tage später in Urlaub fliegen und uns eigentlich für einen späteren Zeitpunkt eingeplant hatten. Klappt aber doch, wir versprachen, ganz unkomplizierte Gäste zu sein.
Wie das dann so ist, wenn man ein solches Versprechen gibt, springt man von einem Fettnapf in den nächsten, bis das Chaos perfekt ist!
Als wir ankamen, regnete es immer noch in Strömen. Mein Job war es, die Kinder schnell reinzubringen, in warme Klamotten zu packen, vors Feuer zu setzen und irgendnen Snack zu reichen, um Quengeleien zu vermeiden.
Währenddessen wollten J. und P. das Pferd abladen und auf die Weide stellen. P. kam rein, reichte mir ein Glas Rotwein, das nicht das letzte des Abends sein sollte, und wir plauderten über dies und das.
Nach einiger Zeit fragten wir uns, wo J. denn bleibt, als diese auch ins Haus kam - nass bis auf die Unterhose und eine Mischung aus lachend und kurz vorm Heulen.
Sie dachte sich, ach hier ist ja kein Hindernis, park ich den Truck mal rückwärts in die Nische und bau schonmal das Bett für die Kinder um.
Leider hat sie den tiefhängenden Ast hinter sich nicht sehen können mittels der Spiegel im Dunkeln und ist reingefahren, Rückfenster des Wohnbereichts kaputt im strömenden Regen. Naja, gut, machste jetzt auch nichts, dachte sie sich, und hat das ganze fachmännisch mit ner dicken Plastikfolie und Panzerband repariert - so gut wie neu. Auch hier schwört man auf die Kraft des Panzerbandes in allen Lebenslagen.
Währenddessen hatte ihr Pferd Langeweile auf der Weide und fing an, Schafe und ihre kleinen, einen Tag alten Lämmer über die Weide zu scheuchen. Leider sind Schafe nicht die Sozialsten der in Herden organisierten Lebensformen und lassen ihre Lämmer einfach zurück. Zum Glück ist nichts passiert, aber J. hatte so noch die große Freude, ihr Pferd im strömenden Regen auf der Weide einzufangen.
Sie parkte ihren prächtigen Hengst dann im Hühnergehege, weil die Hühner in ihrem Stall waren und dachte sich, das ist ne sichere Nummer.
Während sie die Scherben des Fensters auffegte, hat sich das Pferd über das gesamte Hühnerfutter hergemacht und ich in der Zwischenzeit im Hause ein volles Glas Rotwein umgestoßen.
Ja, wir waren ganz tolle Gäste dieses Mal!
Zum Glück sind die Kiwis recht entspannt, so dass diese Anhäufung von Zwischenfällen nicht zu Ärger, sondern Gelächer geführt hat und J. sich den halben Abend dumme Sprüche anhören musste. Einige Stunden und ein halbes Dutzend (?) Flaschen Rotwein später ging es dann auch mal zu Bett mitten in der Nacht nach einem langen Telefonat nach Deutschland und noch viel längerer Philosophiererei über Gott und die Welt. Gelungener Abend, schlimmer Kopf.
Das ist im übrigen etwas, dass die Kiwis echt drauf haben: Wein keltern. Es gibt hier 3 oder 4 ziemlich große Weinregionen bei milden Klima und fantastischer Sonneneinstrahlung (da hat das Ozonloch doch sogar was Gutes!). Wenn ihr jemals über neuseeländischen Wein stolpert, lasst euch keinen guten roten Tropfen aus Marlborough, Nelson oder Hawke´s Bay entgehen. Lange Sonnenscheinstunden sorgen für sehr fruchtigen und dabei starken Wein.
Apropos Trinkkultur...
Wenn man schon denkt, die Deutschen wären enthusiastische Biertrinker, so stehen die Kiwis dem in nichts nach. Der Pint (1 Liter oder so?) wird zu jeder beliebigen Tageszeit getrunken, wenn der Anlass es zulässt. Und wenn nicht, dann schafft man sich einen Anlass. Mittags zum Lunch sieht man bereits die Leute mit ihrem Bier. So gesehen echt eine Schande, dass die hier kein ordentliches Bier haben...wobei Speight´s (Pride of the South) und Tui ganz okay sind.
Am nächsten Morgen war trotz unangenehmer Nebeneffekte des Vorabends die Weiterfahrt angesagt. Die Laune war nicht die Beste, Durchhalten die Devise. Was eine ambitionierte Jägerin ist, zeigt sich, wenn sie es tatsächlich hinbekommt, nach 4-5 Stunden Schlaf die Veranstaltung nicht sausen zu lassen, sondern alles mobilisiert zu früher Stunde. Es war noch dunkel, was im Winter echt früh heisst. Bah! Ich hab mir schon ein bisschen leid getan. Aber wie immer hat das nichts geändert.
Naja, nach einigem Hin und Her und einiger Kurverei haben wir dann doch die Veranstaltung gefunden, nahezu idyllisch situiert neben einer Outdoor-Melkanlage im Schlamm (mal wieder).
War wenig spektakulär, lecker Essen.
Danach ging es nach Kinloch (doofer Name, oder?), wo wir in einem sehr netten Haus bei einer sehr netten Familie übernachtet haben.
Am nächsten Morgen - nicht ganz so früh zum Glück - führte uns unser Weg dann in die Nähe von Taumarunui, eine weitere Jagdveranstaltung. Hier war es sehr nett. Schlammig, oh Überraschung, aber die Sonne schien und es war sehr schön warm!



Es gab Hügel, den ich mit den Kindern erklommen hab (für die Kleinen ein richtiger Berg!), einen Bach zum Spielen und einen Wald. Und Millionen von Spinnennetzen, die nass in der Sonne geglitzert haben. Ist leider auf dem Foto nicht cool, also überlass ich den glitzernden Wald der Phantasie des Lesers.
Nach der Jagd ging es dann zurück in meinen Lieblingsort Sanson...Jaja...da sollte der Truck dann repariert und geparkt werden.
Wie immer ist in Sanson nicht viel passiert. Wir haben ein paar Bier getrunken, über dies und das gequatscht. Ich war mit den Kindern noch in einem dieser Kindererlebnisparks, wo sie nochmal toben konnten und so. Dann war auch der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Schade, jaja, so geht eine kleine Ära zu Ende und eine neue beginnt...
Ihr Lieben, ich werd euch vermissen.

Für mich geht es nun weiter nach Wanganui für ein paar Tage und dann auf nach Wellington, Rock Capital City!

Hier geht´s um die Wurst!

Zum Abschied dieses Kapitels noch eine meiner liebsten Anekdoten der Reise im Truck:
Der kulturelle und sprachliche Austausch von Flüchen und dummen Sprichwörtern gehört auf einer solchen Reise zu den naturgegebenen Dingen. Nicht nur, um lange Fahrten im Truck unterhaltsamer zu machen, sondern natürlich (!) auch aus Interesse an der Kultur des jeweils anderen Volkes und so...
Neben der ein oder anderen mittelmäßig erheiternden Floskel sowie regulären Sprichwörtern und Redewendungen zur Steigerung des Sprachniveaus gab es natürlich auch die niveautechnischen Tiefpunkte, wenn nicht gar Abgründe.
Bei einer dieser Gelegenheiten zum Oberthema Männlein und Weiblein stellte ich J. die deutsche Umschreibung "ein Würstchen in den Hausflur werfen" aus der Kategorie "kurz, aber dafür schmal" vor.
Im Gegenzug lernte ich die ebenso wertvolle Redewendung "push a marshmallow into a coin slot" für den begattungswilligen, aber (temporär) unfähigen Mann, der nicht einsehen möchte, dass er seine Bemühungen irgendwann einstellen sollte.
Währenddessen wachte unbemerkt der Vierjährige auf und sagte in seiner kindlichen Unschuld voller Inbrunst: "Mummy, you know what? It MUST be possible to push a marshmallow into a coin slot! If I had to do that, I would just push as hard and as long as it takes to get that marshmallow into the coin slot!"


Ja, lustig war es...


Was passiert, wenn nach einer Abrissparty das Räumkommando am nächsten Tag einfach nicht auftaucht, dafür aber der Immobilienmakler, erfahrt ihr dann in der nächsten Folge....

Sunday, 15 July 2012

The City of Sails

Wie im lezten Beitrag erwähnt, Auckland ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Hier ist dann also das Kapitel Auckland.
Auckland ist verdammt groß. 1,5 Mio. Einwohner, die fast alle ein einstöckiges freistehendes Einfamilienhaus mit Garten haben. Eine Katastrophe ohne Auto!
Das ist so das erste, was ins Auge springt. Und alles sieht gleich aus bis auf den Stadtkern.
Es gibt viele Strände, nette Buchten, ganz nette Viertel, aber...sieht irgendwie doch alles gleich aus.


Um es auf den Punkt zu bringen: Auckland ist nicht die Stadt, die durch herausragende Architektur besticht. Ein richtiges Stadtzentrum existiert irgendwie auch nur so halb. Hier folgte man eher dem amerikanischen Prinzip der Satellitenstädte: Irgendwo da in der Mitte ist zwar was, aber jedes Viertel hat ein eigenes Stadtzentrum mit ner Mall und allem, was man sonst noch so brauchen könnte.
Leider ist das mit dem öffentlichen Verkehr hier auch nicht so prickelnd, zahlreiche Busse fahren irgendwie nirgendwohin:

 
Die Leute, die ich hier getroffen habe, waren allerdings sehr nett, hat Spaß gemacht.
Habe einige Leute besucht, die ich zu einem früheren Zeitpunkt schon mal getroffen habe (man trifft sich ja immer zweimal in diesem kleinen Inselstaat). War auf den Hügeln und im Stadtzentrum:





In der Stadt gab´s nen ziemlich coolen Plattenladen, wo man in alle erdenklichen Scheiben reinhören konnte, wo es aber auch Poster, Bücher, Fanartikel aller Art gab. Der Laden war zwar relativ groß, hatte aber irgendwie den Charme des kleinen Hinterhofmusikladens. Fehlt nur noch die Kaffeetheke.

Ein weiteres Highlight meines Aufenthaltes war ein Besuch auf Rangitoto Island, dem jüngsten Vulkan des Landes. Vor Auckland liegt eine Vulkankette, die erst vor ca. 700 Jahren aus dem Meer aufgestiegen ist und seitdem die Buchten mit einer vielfältigen Insellandschaft bereichert. Die meisten Inseln sind nicht für Besucher zugänglich aus Naturschutzgründen, aber auf Rangitoto Island darf man wandern gehen. Also, ab aufs Schiff und rüber. Diese Seefahrernation, wo fast jeder irgendwas mit Booten macht, hat überall Fähren, die wie große richtig schnelle Sportmotorboote sind. Immer fix voran auf hoher See, mit Aussicht!



 
Vorbei an freistehenden Leuchttürmen, die vor schroffen Kliffen warnen...

...ging es dann nach Rangitoto Island.
Spektakulär anders als die anderen Inseln und Vulkanlandschaften, da diese Insel so jung ist. Die Pflanzen haben es noch nicht gänzlich geschafft, sich flächen deckend zu etablieren.
Weiter oben am, in und um den Krater herum findet man ganz normale Vegetation mit Bäumen, Büschen und Unterholz, wobei hier einige endemische Pflanzenarten stark ins Auge fallen (komische Büsche mit extrem symmetrisch angeordneten Blättern)
Weiter unten am Fuß des Kraters wachsen zwar irgendwelche Bäume und Sträucher, aber jedwede Bodenbedeckung fehlt völlig, so dass das bisschen Pflanzenleben wirkt wie das erste Leben, das sich nach der vulkanischen Apokalypse etablieren konnte - in mehreren hundert Jahren.










Coole Höhlen gab es auch, zum Glück hatte ich meine fetzige Stirnlampe dabei.




Die Aussicht vom Krater aus war ebenfalls wunderbar, ganz besonders in diesem Wetter!!


Wer wissen will, wie die vulkanische Apokalypse Aucklands aussehen könnte, sollte bei einem Ausflug hierhin keinesfalls das War Memorial Museum mit dem Vulkan- und Erdbebensimulator in wechselnder Ausstellung versäumen. Wozu auch immer ein Land wie NZ einen Erdbebensimulator braucht, besonders zur Zeit...?! Vielleicht für die Touristen, die hier nur ne Woche bleiben oder so.
Naja, das Museum war jedenfalls insgesamt sehr cool. Die hatten Schubladen mit allen möglichen Insekten drin aus dem ozeanischen Raum. Riesige Schmetterlinge und so. Sehr nett.
Und natürlich die einheimischen Krabbeltiere.
Einen davon hatte ich sogar die Tage im Garten:

 
Ansonsten hatte ich das große Glück, auf dem Rückweg von Rangitoto Island im Yachtclub zu stranden, wo ich für die darauf folgenden Freitage zum Segeln eingeladen wurde.
Ich war gar nicht mal so schlecht, mit Tauen ziehen und Lenken und Gewicht balancieren Segel an die Windrichtung anpassen. Ich musste durch alles durch, einfach rumsitzen war nicht erlaubt., wenn man schon mal nen Segeltörn angeboten bekommt, meinte der Gastgeber. War auch gut so.
Der Start war äußerst rasant:


 
Leider haben wir irgendwann massiv Geschwindigkeit verloren aufgrund einer Flaute, so dass das Rennen in der Halfmoon Bay ziemlich langsam und auch lang wurde. Gewonnen haben wir zwar nicht den Titel, dafür aber ne Flasche Rum. Auch gut.

Achja, im Busch war ich auch. Possumfallen aufstellen mit nem erfahrenen Ranger. Im Dickicht des neuseeländischen Dschungels. Querfeldein. Und danach rumfahren und Leute besuchen. War interessant, aber auch anstrengend, wenn man ungefähr 20Mal am Tag erzählen soll, warum man eigentlich ausgerechnet in Neuseeland gelandet ist von allen Ländern dieser Welt.
Ja, warum eigentlich...

Dazu kann ich nur sagen:
Warum denn nicht?