Jaaa...
lange nichts mehr geschrieben.
Wahnsinn. Die Zeit ist aber auch wieder gerast. Krass. Nun ja, zu all
den Dingen, die mich aufgehalten haben, sprich:
das Kapitel Wellington, komme ich beim nächsten Mal.
Wir wollen ja
chronologisch bleiben, zur besseren Orientierung nicht zuletzt auch
für mich.
Der nächste Halt nachdem ich den
großartigen Truck verlassen habe war Wanganui.
Dort war ich ja schon mal, der gewiefte
Leser mag sich erinnern an den Ausflug zum Flughafen und an den
großartigen Spielplatz mit der Dinosaurierrutsche.
Anlass dorthin zu fahren, war nochmal
M. und B. zu besuchen, bei denen wir damals gewesen sind für ein
paar Tage. Da wir so viel Spaß hatten, haben wir den Kontakt
gehalten. Und da Sanson bekanntermaßen stinkt, aber nah an Wanganui
ist, schulterte ich mein Gepäck und machte mich auf den Weg.
Irgendein Trucker nimmt einen immer mit in einem Land ohne
öffentlichen Nahverkehr.
Das Programm des restlichen Tages war
recht straff, sozusagen, denn es stand eine Party ins Haus (war wohl
Wochenende). Also haben wir ab nachmittags Snacks vorbereitet und
Bier getestet, um den optimalen Genuss für die Gäste
sicherzustellen.
Die dann später eintrudelten. Waren
zum größten Teil Arbeitskollegen, alle was älter, aber sehr
lustig. Das Alters-Spießertum existiert in NZ irgendwie nicht so
wirklich. Nicht wie in Deutschland jedenfalls. Man trifft es hin und
wieder, aber Ausprägung und Anzahl Betroffener ist weitaus geringer.
Nach diversen Bier und sonstigem Unfug
fassten wir den Plan, noch ins Pub zu gehen für Karaoke. Ja, wir
waren alle betrunken und dachten, das wäre dufte jetzt.
Wir haben grandios schlecht gesungen
und uns fast geschämt, bis wir dann merkten, dass die meisten
anderen um uns herum noch viel schlechter und viel betrunkener waren
- eine dankbare Kombination in diesem Fall.
Zurück gefahren hat uns ein Kollege
von M. in seinem lustigen aufgemotzten Boy-Toy-Auto (Erklärung siehe
in der aktualisierten Kuriositätensammlung, unter "Manta-Welle"). Weil es kalt war,
dachten wir, im Spa abhängen ist ne gute Idee. Gesagt, getan,
Badesachen an, ab in den Outdoor-Whirlpool, der hier im Lande
ziemlich obligatorisch ist. Das sollte unbedingt in Deutschland
etabliert werden.
Nun ja, wir saßen jedenfalls bis 6 Uhr
morgens da drin, schrumpelig wie Omas, der ganze nächste Tag war zum
Ausnüchtern notwendig. Die großartigste Schwachsinns-Sendung der
Welt hat uns den Tag noch angenehm gemacht. Ein Applaus für Big Fat
Gypsy Weddings, wo man lernt wie irische und britische
Zigeunerfamilien so leben, man extrem ausgefallene Kleidung bewundern
kann und so weiter und so fort...
Am nächsten Tag kamen Freunde/Familie
von M. vorbei, P. und D., ein älteres Paar (Elterngeneration), er
eher etwas ruhiger, sie eher die PArtykanone. Er ging relativ früh
schlafen, wir Mädels haben ne gute Menge Bier und Wein getrunken,
gesungen, getanzt und Abriss gefeiert.
Wir dachten uns, das Deck ist eh kaputt
vom Erdbeben letzte Woche, eine Seite abgesackt, der ein oder andere
Zaunpfeiler schief, morgen kommen die Bauarbeiter, wir könnten doch
helfen! Tatkräftig haben wir also ein paar Bretter und Pfeiler
umgeschubst und umgetreten und fanden uns ziemlich witzig. Abriss
macht aber auch Freude.
Am nächsten Morgen tauchten allerdings
nicht die Bauarbeiter auf, sondern D. erwähnte ganz beiläufig am
Frühstücks/Mittagstisch, dass die Immobilienmaklerin, die das Haus
verkaufen soll, angerufen hat und um 3 Uhr vorbeikommt, um sich das
Haus anzugucken und Fotos zu machen.
Ein Blick auf das Deck und die
generellen Überreste der letzten Nacht in Küche und Wohnzimmer plus
das restliche Umzugs-Chaos führten zu einer spontanen panikartigen
Aufräumaktion.
Ich glaube, keiner von uns hat
innerhalb von 2 1/2 Stunden jemals so viel aufgeräumt.
Nun ja, es sah dann aber ok aus am
Ende. Die hat uns wahrscheinlich für komisch gehalten. Jedenfalls
hat sie das ganze Deck mit rot-weiß gestreiftem
Tatort-Sicherungsband umzäunt, um Unfälle zu verhindern. Nur für
den Fall, dass einer nicht sieht, dass es am Ende der Terasse steil
abwärts geht, direkt in den Pool des Nachbarn. Oder für den Fall,
dass wir auch an jenem Abend wieder so betrunken sein werden, dass
wir nicht dran denken...
Zwei Tage später ging es dann nach
Wellington. Mal die Hauptstadt angucken. Nen Freund von M. besuchen.
Rumfahren, sinnlos rumfahren in Wellingtons schrecklichem Einbahnstraßensystem.
Nach Wohnungen gucken. Und so weiter.
Die Nacht verbrachten wir bei einem
Kumpel von M., dessen Behausung eher kurios war. Die Assoziation mit
dem Comicbuchverkäufer von den Simpsons würde es irgendwie treffen.
In der Warhammer/Herr der
Ringe/Samurai-Schwerter-Variante. Das ganze Wohnzimmer bis oben hin
voll.
Das Haus selbst war auch eher kurios.
Wellington ist berühmt für seinen Wind, da denkt man, die Leute
bauen auch irgendwie sturmstabile Häuser. Aber dieses Haus wackelte
permanent wie bei einem - wenn auch eher leichten - Erdbeben. Im
Küchenboden war ein Loch, direkt vor der Kühlschranktür. Eine
ziemlich kreative Idee, Diät zu halten...
Nun ja, Haus- und Wohnungssuche war
doch eher frustrierend. Aber Wellington war ganz nett.
Erstmal zurück nach Wanganui, noch ein
bisschen packen und entspannen, und dann, ja dann geht die große
Mission weiter!
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