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Monday, 10 September 2012

Gut Ding will Weile haben, so war es auch mit dem Blog :-)

Jaaa...
lange nichts mehr geschrieben. Wahnsinn. Die Zeit ist aber auch wieder gerast. Krass. Nun ja, zu all den Dingen, die mich aufgehalten haben, sprich: das Kapitel Wellington, komme ich beim nächsten Mal. 
Wir wollen ja chronologisch bleiben, zur besseren Orientierung nicht zuletzt auch für mich.

Der nächste Halt nachdem ich den großartigen Truck verlassen habe war Wanganui.
Dort war ich ja schon mal, der gewiefte Leser mag sich erinnern an den Ausflug zum Flughafen und an den großartigen Spielplatz mit der Dinosaurierrutsche.
Anlass dorthin zu fahren, war nochmal M. und B. zu besuchen, bei denen wir damals gewesen sind für ein paar Tage. Da wir so viel Spaß hatten, haben wir den Kontakt gehalten. Und da Sanson bekanntermaßen stinkt, aber nah an Wanganui ist, schulterte ich mein Gepäck und machte mich auf den Weg. Irgendein Trucker nimmt einen immer mit in einem Land ohne öffentlichen Nahverkehr.
Das Programm des restlichen Tages war recht straff, sozusagen, denn es stand eine Party ins Haus (war wohl Wochenende). Also haben wir ab nachmittags Snacks vorbereitet und Bier getestet, um den optimalen Genuss für die Gäste sicherzustellen.
Die dann später eintrudelten. Waren zum größten Teil Arbeitskollegen, alle was älter, aber sehr lustig. Das Alters-Spießertum existiert in NZ irgendwie nicht so wirklich. Nicht wie in Deutschland jedenfalls. Man trifft es hin und wieder, aber Ausprägung und Anzahl Betroffener ist weitaus geringer.
Nach diversen Bier und sonstigem Unfug fassten wir den Plan, noch ins Pub zu gehen für Karaoke. Ja, wir waren alle betrunken und dachten, das wäre dufte jetzt.
Wir haben grandios schlecht gesungen und uns fast geschämt, bis wir dann merkten, dass die meisten anderen um uns herum noch viel schlechter und viel betrunkener waren - eine dankbare Kombination in diesem Fall.
Zurück gefahren hat uns ein Kollege von M. in seinem lustigen aufgemotzten Boy-Toy-Auto (Erklärung siehe in der aktualisierten Kuriositätensammlung, unter "Manta-Welle"). Weil es kalt war, dachten wir, im Spa abhängen ist ne gute Idee. Gesagt, getan, Badesachen an, ab in den Outdoor-Whirlpool, der hier im Lande ziemlich obligatorisch ist. Das sollte unbedingt in Deutschland etabliert werden.
Nun ja, wir saßen jedenfalls bis 6 Uhr morgens da drin, schrumpelig wie Omas, der ganze nächste Tag war zum Ausnüchtern notwendig. Die großartigste Schwachsinns-Sendung der Welt hat uns den Tag noch angenehm gemacht. Ein Applaus für Big Fat Gypsy Weddings, wo man lernt wie irische und britische Zigeunerfamilien so leben, man extrem ausgefallene Kleidung bewundern kann und so weiter und so fort...
Am nächsten Tag kamen Freunde/Familie von M. vorbei, P. und D., ein älteres Paar (Elterngeneration), er eher etwas ruhiger, sie eher die PArtykanone. Er ging relativ früh schlafen, wir Mädels haben ne gute Menge Bier und Wein getrunken, gesungen, getanzt und Abriss gefeiert.
Wir dachten uns, das Deck ist eh kaputt vom Erdbeben letzte Woche, eine Seite abgesackt, der ein oder andere Zaunpfeiler schief, morgen kommen die Bauarbeiter, wir könnten doch helfen! Tatkräftig haben wir also ein paar Bretter und Pfeiler umgeschubst und umgetreten und fanden uns ziemlich witzig. Abriss macht aber auch Freude.
Am nächsten Morgen tauchten allerdings nicht die Bauarbeiter auf, sondern D. erwähnte ganz beiläufig am Frühstücks/Mittagstisch, dass die Immobilienmaklerin, die das Haus verkaufen soll, angerufen hat und um 3 Uhr vorbeikommt, um sich das Haus anzugucken und Fotos zu machen.
Ein Blick auf das Deck und die generellen Überreste der letzten Nacht in Küche und Wohnzimmer plus das restliche Umzugs-Chaos führten zu einer spontanen panikartigen Aufräumaktion.
Ich glaube, keiner von uns hat innerhalb von 2 1/2 Stunden jemals so viel aufgeräumt.
Nun ja, es sah dann aber ok aus am Ende. Die hat uns wahrscheinlich für komisch gehalten. Jedenfalls hat sie das ganze Deck mit rot-weiß gestreiftem Tatort-Sicherungsband umzäunt, um Unfälle zu verhindern. Nur für den Fall, dass einer nicht sieht, dass es am Ende der Terasse steil abwärts geht, direkt in den Pool des Nachbarn. Oder für den Fall, dass wir auch an jenem Abend wieder so betrunken sein werden, dass wir nicht dran denken...
Zwei Tage später ging es dann nach Wellington. Mal die Hauptstadt angucken. Nen Freund von M. besuchen. Rumfahren, sinnlos rumfahren in Wellingtons schrecklichem Einbahnstraßensystem.
Nach Wohnungen gucken. Und so weiter.
Die Nacht verbrachten wir bei einem Kumpel von M., dessen Behausung eher kurios war. Die Assoziation mit dem Comicbuchverkäufer von den Simpsons würde es irgendwie treffen.
In der Warhammer/Herr der Ringe/Samurai-Schwerter-Variante. Das ganze Wohnzimmer bis oben hin voll.
Das Haus selbst war auch eher kurios. Wellington ist berühmt für seinen Wind, da denkt man, die Leute bauen auch irgendwie sturmstabile Häuser. Aber dieses Haus wackelte permanent wie bei einem - wenn auch eher leichten - Erdbeben. Im Küchenboden war ein Loch, direkt vor der Kühlschranktür. Eine ziemlich kreative Idee, Diät zu halten...
Nun ja, Haus- und Wohnungssuche war doch eher frustrierend. Aber Wellington war ganz nett.
Erstmal zurück nach Wanganui, noch ein bisschen packen und entspannen, und dann, ja dann geht die große Mission weiter!

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