Total Pageviews

Saturday, 13 October 2012

Wellington - jetzt aber wirklich!

Nachdem der letzte Rest zusammengepackt war, war es dann an der Zeit, nach Wellington zu fahren. M. und ihre Tochter konnten bei nem Freund der Familie unterkommen.
Ich habe die Couchsurfingalternative gewählt, weil dieser Typ echt unfassbar weit außerhalb wohnt, was ohne eigenes Auto super nervig ist. Die Busverbindungen sind zwar nicht schlecht, der Bus aber sehr teuer. Wenn man nach ner Wohnung und nem Job in der Stadt gucken will, ist es wohl eh am besten, auch genau dort zu sein. Vielleicht findet man ja auch gleich nette Kontakte oder jemanden, der jemanden kennt, der umzieht oder nen Job weiß, wie das hier ja mit allem so läuft.
So landete ich dann überaus zentral bei zwei amerikanischen Mädels, von wo aus ich mich bewerben konnte, Häuser angucken konnte und mentale Unterstützung bekam. Die beiden waren sehr nett. Wohnung und Job waren noch nicht gar so erfolgreich, aber man tut ja, was man kann.
Nach 5 Tagen bin ich dann umgezogen zu N. nach Island Bay. Ziemlich weit außerhalb, leider, aber sehr schönes Haus, viel Platz, wo ich sogar ein eigenes Zimmer hatte. Was ich ohne diese Bleibe in Wellington gemacht hätte, weiß der Teufel, ich konnte hier insgesamt fast 3 Wochen wohnen, hab im Gegenzug den Haushalt gemacht und ein bisschen Garten und über Gott und die Welt philosphiert. Ist hilfreich, wenn man bei Leuten wohnt, die in der selben Lage waren. N. war für einige Jahre durch Europa, insbesondere Grossbritannien gereist und da einige Male in der gleichen Lage wie ich in Wellington: Gestrandet, kennt noch niemanden, kein Job, keine Wohnung und auch kein Geld mehr (als ich in Wellington ankam, hatte ich weniger als 20$ in der Tasche, also quasi nix) und wurde ebenfalls durch nette großzügige Menschen davor bewahrt, im Zelt unter der Brücke zu schlafen. Also: Echt Glück gehabt!
Nach einer Woche stieß noch P. dazu, die ebenfalls gerade in Wellington angekommen war auf der Suche nach Job und Wohnung.
Wenn ich nicht Klinken putzen gegangen bin oder im Internet nach Jobangeboten geguckt hab, hab ich aus der Not eine Tugend gemacht und mir Island Bay angeguckt. Island Bay ist ein echt hübscher Vorort von Wellington, ca. 20 Minuten vom Zentrum mit dem Bus (oder gut 1 Stunde zu Fuß), also schon recht weit, aber auch nicht sooo extrem. Wie Godesberg von Bonn? Nur ohne den Zug leider. Dieser Vorort kann allerdings einiges mehr als Godesberg, denn er hat erstklassige Wanderwege mit Hügeln und schönen Stränden und Pinguine im Sommer (los, Sommer, komm endlich! Wie viele Pinguinstrände habe ich vergeblich angesteuert seit April....)
Ja, hier ein kleines fotografisches Potpourri dieses tollen Vorortes der neuseeländischen Hauptstadt:
Ein großartiger Balkon:


Der Beweis, dass sich die Natur alles zurück holt eines schönen Tages


Bei gutem Wetter kann man die Südinsel sehen mit den (noch) Schnee bedeckten Bergen!


Ja, der Strand und so. Wellington hat auch ein paar Sandstrände, aber eben nicht hier und die hier sehen irgendwie auch cooler aus



Und: Eine Seerobbenkolonie gibt es auch in Island Bay!
Keine Pinguine...
Die Jobsuche in Wellington gestaltete sich nicht sooo einfach wie erhofft, aber P. und ich kamen beide zu dem Schluß, dass wir bisher einfach so viel Glück hatten, dass wir jetzt überrascht sind, wenn es nicht sofort auf Anhieb innerhalb weniger Tage klappt, was aber wohl eher der Normalfall ist als umgekehrt. Jobs gibt es viele, aber die Konkurrenz ist auch groß. Wenn irgendein Laden ein Schild im Schaufenster hat, dass er Leute einstellt, muss man auch mit der Tatsache leben, dass es eine Art Deadline gibt, bis zu der Bewerbungen angenommen und angeschaut werden und dann erst werden Leute zu Interviews eingeladen. Und für jeden Furzjob braucht man nen Lebenslauf, den keiner liest.
Außerdem sind hier viele Leute meines Alters, die Regel, dass ein Job nur an Ausländer gegeben werden darf, wenn kein geeigneter Kandidat aus NZ zur Verfügung steht (zumindest während der aktuellen Rezession)...was macht man also? Genau, die Jobs, die die Einheimischen nicht machen wollen oder wo es nicht drauf ankommt, dass man nur ein befristetes Visum hat, sprich: meistens Gastronomie-Scheiß oder Ähnliches.

Nun ja, der erste Job, der mir dann angeboten wurde, war in einem kleinen Bed and Breakfast, wo meine Aufgabe sein sollte, Ordnung zu halten und eventuell mal die ein oder andere Rezeptionstätigkeit auszuführen. Der Typ, dem das ganze Etablissement gehört, war irgendwie wunderlich, komischer alter Kauz, aber man ist ja erstmal nicht wählerisch mit den Jobs, wenn man bis auf ein paar Dollar in der Tasche völlig abgebrannt ist.

Habe die Zeit dann auch mal genutzt, in Wellington noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben und öfter mal die Kamera mitgenommen auf dem Weg zur Arbeit (ist ja ne Stunde zu Fuß von Island Bay, das B&B ist sehr zentral gelegen) und ihr wollt ja bestimmt eh lieber Fotos gucken statt noch viel mehr Text zu lesen, also hier: erste Eindrücke der Hauptstadt!
Blick von der Waterfront (der Strandpromende) auf Mount Victoria

Waterfront neben Te Papa, dem Nationalmuseum:

Ein altes verlassenes Haus in Newtown oder Berhampore, umfunktioniert zur Bushaltestelle:

Ich weiß nicht, ob man es sehen kann (mein Bildschirm ist einfach zu klein um das zu beurteilen), aber das Auto hat einen Aufkleber AUTOBAHN über der Windschutzscheibe, das musste mal festgehalten werden!


Cuba Street, das alternative und Künstler-Herz der Stadt. Hier die Bucket Fountain. Präzise misskalkuliert entleeren sich die Schaufeln stets zu einem guten Teil exakt neben das Becken, in dem das Wasser aufgefangen werden soll.


Der Regenunterstand. Einfach so, wie an so vielen Kreuzungen eine kleine Schutzvorrichtung gegen Wind und Wetter. Der architektonische Beweis, wie bescheiden das Wetter in Wellington oft ist. Bzw. so schlimm ist es nicht mit der Anzahl der Schlechtwettertage, aber beim Niederschlag gibt es im Wesentlichen zwei Kategorien: trocken oder nass bis auf die Knochen in 30 Sekunden. Naja, der Schirn ist auf jeden Fall nett und bunt.


No comments:

Post a Comment