Nach meinem Aufenthalt in Island Bay
war es soweit: Meine erste Wohnung, allerdings nur zur Zwischenmiete.
Durch eine Bekannte bekam ich ein Zimmer in einer lustigen, munteren
Hippiekommune in Mount Cook, direkt neben der Uni. Dort wurde
gekocht, gequatscht, wieder gekocht, draußen am Feuer gesessen und
außerdem....ja, gekocht. Und wenn nicht gekocht wurde, wurde
gebacken. Das war sehr großartig dort, wenn auch manchmal ein wenig
überfüllt.
Das Haus war eine dieser netten alten
Villen, die hier das Stadtbild prägen, und sogar trocken und warm
(was echt selten ist in dieser Stadt, fast alles ist feucht und kalt
oder schimmlig und noch kälter - lernt endlich bauen!).
Hatte 4 Zimmer, ne Wohnküche und noch
ein 5. Zimmer im Hinterhaus mit insgesamt 7 Leuten, die da gewohnt
haben auf geschätzten 100 m². Das wäre selbst für europäische
Verhältnisse wenig Raum, aber so ist es in dieser Stadt. Wellington
gilt als die Stadt mit den höchsten Mietpreisen, und das glaubt man
auch sofort. Ist sogar noch teurer als Bonn und das in einem Land, wo
es eins zuhauf gibt: Land. Außer hier. Da ist guter Raum teuer.
Dennoch, das Leben in der Hippiekommune
war lustig, leider zeitlich befristet, aber da machste nix. Danach
ging es dann in meine erste wirkliche Wohnung, geteilt mit einem
Kiwi-Mädel, in Mount Victoria. 5 Minuten vom Zentrum entfernt, sehr
praktisch.
Der Job hatte sich mittlerweile als
sehr...scheiße entpuppt. Mein Boss ist nicht bloss exzentrisch,
sondern ein extrem frustrierter alter Typ, der den ganzen Tag nichts
besseres zu tun hat, als alles und jedem auf die Finger zu schauen
und rumzumeckern, wenn da jetzt ein Kissen 2 Zentimeter zu weit
rechts platziert wurde und ähnliches. Die Sorte alter Mann, der die
Polizei ruft, wenn einer vor seiner Tür falsch parkt, auch wenn er
niemanden blockiert, sondern 2 cm zu weit auf der weißen Linie
steht. Was so ein Typ als Besitzer eines Gasthauses macht, ist mir
ziemlich schleierhaft. Der ist nicht nur zu mir so, sondern auch zu
den Gästen teilweise. Verrückt. Da hilft nur Ignoranz und weiter
nach anderen Jobs gucken.
Ansonsten
habe ich das Wellingtoner Nachtleben erkundet, das ziemlich viel
bietet wie Pubs, Discos, Livemusik, Straßenmusik usw. Ja, das ist
ziemlich amüsant am Wochenende (Montags und Dienstags relativ tot,
aber ab Mittwoch geht das Ganze wieder los). Und es gibt viele tolle
Märkte. Ausgefallene Künstlermärkte, Nachtmärkte mit
Spezialitäten aus aller Welt und natürlich die Bauernmärkte, wo
man endlich, ENDLICH mal frisches Obst und Gemüse zu erschwinglichen
Preisen bekommt.
Und
ein paar kleinere Exkursionen habe ich auch unternommen.
Einmal
ganz nach oben auf den mount Victoria Lookout, von wo aus man über
Wellington gucken kann.
Auf
halbem Weg, Blick über Oriental Bay:
Der
Hafen und das Stadtzentrum:
Der
Flughafen:
Ja,
nach Mount Victoria ging die lustige Spazierfahrt weiter Richtung
Seatoun. Da wurde mir dann klar, was "moving houses" im
Extremfall bedeutet:
Das
muss wahre Liebe sein, die der Eigentümer dieses Hauses für sein
Domizil empfindet!
Bei
einem Strandspaziergang stieß ich dann noch auf eine Strandparty in
irgendeinem x-beliebigen Bootsschuppen. Weil die Kiwis so
gastfreundlich sind, wird man als Passant eingeladen auf ein Bier und
Crayfish, den sie selbst gefangen hatten. Das war ne nette Sache.
Aufwärmen konnte man sich im übrigen an der brennenden Ghettotonne,
das gehört einfach mal erwähnt an dieser Stelle.
Sooo,
ja, das war soweit das nächste Kapitel Wellington.
Beim
nächsten Mal....ja...mal gucken, worum es dann geht, weiß ich jetzt
auch noch nicht, was ich mir bis dahin so ausgedacht habe ;-)
Cooler Beitrag! Hat Spass gemacht zu lesen:-)
ReplyDeleteGrüße aus Bonn
G