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Sunday, 15 July 2012

The City of Sails

Wie im lezten Beitrag erwähnt, Auckland ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Hier ist dann also das Kapitel Auckland.
Auckland ist verdammt groß. 1,5 Mio. Einwohner, die fast alle ein einstöckiges freistehendes Einfamilienhaus mit Garten haben. Eine Katastrophe ohne Auto!
Das ist so das erste, was ins Auge springt. Und alles sieht gleich aus bis auf den Stadtkern.
Es gibt viele Strände, nette Buchten, ganz nette Viertel, aber...sieht irgendwie doch alles gleich aus.


Um es auf den Punkt zu bringen: Auckland ist nicht die Stadt, die durch herausragende Architektur besticht. Ein richtiges Stadtzentrum existiert irgendwie auch nur so halb. Hier folgte man eher dem amerikanischen Prinzip der Satellitenstädte: Irgendwo da in der Mitte ist zwar was, aber jedes Viertel hat ein eigenes Stadtzentrum mit ner Mall und allem, was man sonst noch so brauchen könnte.
Leider ist das mit dem öffentlichen Verkehr hier auch nicht so prickelnd, zahlreiche Busse fahren irgendwie nirgendwohin:

 
Die Leute, die ich hier getroffen habe, waren allerdings sehr nett, hat Spaß gemacht.
Habe einige Leute besucht, die ich zu einem früheren Zeitpunkt schon mal getroffen habe (man trifft sich ja immer zweimal in diesem kleinen Inselstaat). War auf den Hügeln und im Stadtzentrum:





In der Stadt gab´s nen ziemlich coolen Plattenladen, wo man in alle erdenklichen Scheiben reinhören konnte, wo es aber auch Poster, Bücher, Fanartikel aller Art gab. Der Laden war zwar relativ groß, hatte aber irgendwie den Charme des kleinen Hinterhofmusikladens. Fehlt nur noch die Kaffeetheke.

Ein weiteres Highlight meines Aufenthaltes war ein Besuch auf Rangitoto Island, dem jüngsten Vulkan des Landes. Vor Auckland liegt eine Vulkankette, die erst vor ca. 700 Jahren aus dem Meer aufgestiegen ist und seitdem die Buchten mit einer vielfältigen Insellandschaft bereichert. Die meisten Inseln sind nicht für Besucher zugänglich aus Naturschutzgründen, aber auf Rangitoto Island darf man wandern gehen. Also, ab aufs Schiff und rüber. Diese Seefahrernation, wo fast jeder irgendwas mit Booten macht, hat überall Fähren, die wie große richtig schnelle Sportmotorboote sind. Immer fix voran auf hoher See, mit Aussicht!



 
Vorbei an freistehenden Leuchttürmen, die vor schroffen Kliffen warnen...

...ging es dann nach Rangitoto Island.
Spektakulär anders als die anderen Inseln und Vulkanlandschaften, da diese Insel so jung ist. Die Pflanzen haben es noch nicht gänzlich geschafft, sich flächen deckend zu etablieren.
Weiter oben am, in und um den Krater herum findet man ganz normale Vegetation mit Bäumen, Büschen und Unterholz, wobei hier einige endemische Pflanzenarten stark ins Auge fallen (komische Büsche mit extrem symmetrisch angeordneten Blättern)
Weiter unten am Fuß des Kraters wachsen zwar irgendwelche Bäume und Sträucher, aber jedwede Bodenbedeckung fehlt völlig, so dass das bisschen Pflanzenleben wirkt wie das erste Leben, das sich nach der vulkanischen Apokalypse etablieren konnte - in mehreren hundert Jahren.










Coole Höhlen gab es auch, zum Glück hatte ich meine fetzige Stirnlampe dabei.




Die Aussicht vom Krater aus war ebenfalls wunderbar, ganz besonders in diesem Wetter!!


Wer wissen will, wie die vulkanische Apokalypse Aucklands aussehen könnte, sollte bei einem Ausflug hierhin keinesfalls das War Memorial Museum mit dem Vulkan- und Erdbebensimulator in wechselnder Ausstellung versäumen. Wozu auch immer ein Land wie NZ einen Erdbebensimulator braucht, besonders zur Zeit...?! Vielleicht für die Touristen, die hier nur ne Woche bleiben oder so.
Naja, das Museum war jedenfalls insgesamt sehr cool. Die hatten Schubladen mit allen möglichen Insekten drin aus dem ozeanischen Raum. Riesige Schmetterlinge und so. Sehr nett.
Und natürlich die einheimischen Krabbeltiere.
Einen davon hatte ich sogar die Tage im Garten:

 
Ansonsten hatte ich das große Glück, auf dem Rückweg von Rangitoto Island im Yachtclub zu stranden, wo ich für die darauf folgenden Freitage zum Segeln eingeladen wurde.
Ich war gar nicht mal so schlecht, mit Tauen ziehen und Lenken und Gewicht balancieren Segel an die Windrichtung anpassen. Ich musste durch alles durch, einfach rumsitzen war nicht erlaubt., wenn man schon mal nen Segeltörn angeboten bekommt, meinte der Gastgeber. War auch gut so.
Der Start war äußerst rasant:


 
Leider haben wir irgendwann massiv Geschwindigkeit verloren aufgrund einer Flaute, so dass das Rennen in der Halfmoon Bay ziemlich langsam und auch lang wurde. Gewonnen haben wir zwar nicht den Titel, dafür aber ne Flasche Rum. Auch gut.

Achja, im Busch war ich auch. Possumfallen aufstellen mit nem erfahrenen Ranger. Im Dickicht des neuseeländischen Dschungels. Querfeldein. Und danach rumfahren und Leute besuchen. War interessant, aber auch anstrengend, wenn man ungefähr 20Mal am Tag erzählen soll, warum man eigentlich ausgerechnet in Neuseeland gelandet ist von allen Ländern dieser Welt.
Ja, warum eigentlich...

Dazu kann ich nur sagen:
Warum denn nicht?



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