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Wednesday, 16 May 2012

Back on the Road!


Christchurchs Flughafen scheint irgendeine Art magische Anziehungskraft auf mich auszuüben, war nun schon zum dritten Mal dort - einmal bei Ankunft, einmal Kathleen abholen und jetzt nochmal, um selber dort abgeholt zu werden.
Die ersten Tage bin ich mit J. und ihrem Pferdetruck alleine rumgefahren, weil die Kinder noch bei den Großeltern waren.
Direkt am zweiten Tag wurde dann auch eine Jagd veranstaltet, hier:





Die Jagdhunde stöbern in den Feldern Hasen auf und jagen sie, während die Leute auf den Pferden hinterherreiten. Klingt komisch, ist aber so. Macht aus europäischer Sicht keinen Sinn, die Kiwis sind aber für jeden toten Säuger außerhalb einer Weide dankbar, da sie die eingeschleppt sind und die heimische Tier- und Pflanzenwelt zerstören.
Ethische Auseinandersetzung mit diesem Thema spare ich mir an dieser Stelle, das kann jeder für sich selber machen.
Die Teilnehmer tragen alle Uniformen ihres Jagdverbandes, was das ganze erstmal ziemlich steif und aristokratisch wirken lässt. Da wir aber bei einigen zu Besuch waren, wurde schnell klar, dass das nur die Uniform macht, das waren alles total nette Leute. Das ist wohl irgendso ein Traditionsding mit den Klamotten, das noch auf die britische Form der Jagd zurückgeht.

Pinetree Valley
Danach ging es erstmal zu J.´s Schwiegereltern, wo auch die beiden Jungs waren. Ganz putzige kleine Burschen!
Die Schwiegereltern haben ne Farm mitten im Niemandsland. Denen gehört ein ganzes Tal, in dem sie Schafe, Wild und Kühe halten.
Ein paar kleine Impressionen der Umgebung:



J.s Schwiegervater hat mich mitgenommen, im Jeep über das Land zu fahren, was ziemlich viel Spaß gemacht hat, so querfeldein über Stock und Stein. Mal hier nen Leckstein für die Schafe aufstellen, da mal den Wassertank für die Kühe überprüfen, fertig. Kaputt arbeiten tut sich hier keiner, sagen sie auch selbst.
Einer der Tage dort war ein richtiger Tag auf dem Bauernhof, mit Hühner füttern am Morgen und so.
Nachmittags mussten Rehe gewogen werden. Um die Rehe zu wiegen, müssen sie in so eine Art Stall innerhalb eines Zaunes gebracht werden, die beide in Schneckenform aufgebaut sind, so dass die Tiere - wenn sie einmal da drin sind - nur in Richtung der Waage laufen können.
Um alle Rehe zusammen zu bekommen, fährt man mit dem Jeep durch die einzelnen eingezäunten Weiden (die alle sehr groß sind verglichen mit Deutschland) und jagt die Herde mit Hilfe einiger Hirtenhunde über die Weiden, schließt die Tore, um den Rückweg zu versperren und wiederholt das Ganze so lange, bis man die ganze Meute über Kilometer hinweg in den Stall gejagt hat.
Mit dem Jeep querfeldein über Stock und Stein, bergauf und bergab hinter den Rehen herfahren ist schon ganz spaßig, besonders, wenn man sich auf der Ladefläche des Pickups befindet, sich hinstellt und an der Stange am Dach festhält. 




Das Wiegen selber ist nicht so spektakulär, wiegen, Nummer im Ohr ablesen, aufschreiben, raus mit dem Reh. Da die Rehe normal sehr viel Platz haben, schieben sie in dem Stall allerdings ziemlich schnell Panik und treten aus oder machen sonstigen Terror. Daher ist Ohr piercen und auf die Waage lotsen der Job erfahrenerer Männer und der Reisende macht den Papierkram und streichelt die Hirtenhunde.

The Cowincidence
Am darauf folgenden Tag ging es zur Jagd in der Nähe von Blenheim.
Da die Kinder noch nicht dabei waren, konnte ich einfach ein bisschen rumspazieren. War gut.



Bis auf diese eine Sache mit den Kühen.
Hier grasen sie noch friedlich.


Bei einer späteren Gelegenheit war es mit dem Frieden vorbei, und zwar nachdem ich aus einem Waldstück herauskam.
Der Weg aus dem Wald führte über eine Kuhweide, nix Schlimmes, denk ich mir, so ungefähr die zwanzigste heute, über die ich laufen musste. Ich bin dann also am Rand der Kuhweide gelaufen und wollte zur Straße rüber, als ich bemerkte, dass mir eine Kuh folgte. Dieser Kuh folgte nach kurzer Zeit noch eine, dann noch eine und so weiter, bis ich die ganze Herde hinter mir hatte, die auf einmal anfing zu traben. Ich dachte mir, ich bleib mal stehen und gucke mir das an, da dachten sich die Kühe wohl "Oh nein, sie bleibt stehen, nichts wie weg!", was ein kopfloses Massengerenne in alle Richtungen und dann wieder auf mich zu auslöste. Die Kühe auf den beiden angrenzenden Weiden wurden von der Aktivität angesteckt, so dass auf einmal drei Kuhweiden mit geschätzten 200 Kühen laut muhend um mich herumliefen und sprangen (wusste gar nicht, dass die springen können), da die Tore zwischen den Weiden nicht geschlossen waren.
Nach einiger Zeit hatte ich einigermaßen raus, wie ich laufen und stehen bleiben und sie anbrüllen muss, um mir den Weg freizuräumen. Gerade als das einigermaßen lief, kam der Farmer mit seinem Jeep angefahren und hat mich eingesammelt - natürlich nicht, ohne sich total darüber kaputt zu lachen, wie ich es als einzelne Person hinbekommen habe, drei Kuhherden derart aufzumischen.
Nun ja, ich selber auch keine Ahnung.

Eine Fahrt mit dem Interislander
Zwei Tage später ging es dann mit Kind und Kegel auf die Fähre nach Wellington, also nach über 3 Monaten doch mal auf die Nordinsel.
Die Fähre fährt durch die Marlborough Sounds, die sehr schön sind, raus auf die kleine, extrem windige Schneise zwischen den beiden Inseln und dann in den Hafen in Wellington.
Nette Fährfahrt mit Aussicht und Delphinen:



Neuseeland ist ein ziemliches Kaff, hab ich auf der Fähre festgestellt durch das unerwartete Wiedersehen mit Nicki, die ich schon in Manapouri auf der Hütte und später bei Michael in Invercargill getroffen habe. Die war zufällig auch auf der gleichen Fähre und zur gleichen Zeit auf dem Sonnendeck.
Kaff!

Wellington hab ich jetzt nicht wirklich gesehen, nur die Autobahn. Im übrigen die erste Autobahn, seit ich hier bin. Ebenso die erste Straßenbahn.

Ansonsten wird für die nächsten 2 Wochen Sanson die Homebase sein, von der aus wir Tagesausflüge machen werden.
Hier in Sanson steppt nicht gerade der Bär. Ist ein kleines verschlafenes Nest im Nirgendwo. Und mit kleines verschlafenes Nest meine ich noch kleiner und verschlafener als Te Anau.
Hier gibt´s ne Tankstelle, nen Antiquitätenladen und nen Fish´n´Chips Imbiss. 

Ansonsten bin ich den Manawatu Gorge Track gewandert.
Der Track war sehr nett zu laufen, hat Spaß gemacht, mal wieder zu wandern. 






Hier auf der Nordinsel sieht der Wald auch wieder anders aus als unten auf der Südinsel. Die Farnbäume sind noch größer und die Farnrollen erst, tellergroß! 




Außerdem hab ich zwei Kererus gesehen, riesige einheimische Waldtauben.


Und nen schönen Bach:



Zum Abschluss haben wir noch einen Ausflug zum postapokalyptisch anmutenden Spielplatz neben dem Wanderweg gemacht, wo ich abgeholt wurde. So, also endlich was Häßliches in Neuseeland.


Hier auf der Nordinsel regnet es leider grad verdammt viel. Kein Gebirge, das den ganzen Mist abfängt. Und Herbst. Hier schauerste es gestern den ganzen Tag auf dem "Nass bis auf die Unterhose in 20 Sekunden"-Level. Und heute auch. Und morgen....??
Sowas Doofes. Hatte bisher so ein Riesenglück mit dem Wetter, nur 8-10 Regentage insgesamt, und bis auf den einen während der Alpenwanderung auf dem Kepler Track war das auch nie ein kompletter Tag. Hoffentlich wird´s besser!

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