Heute waren gleich zwei Sachen angesagt:
Ein Ausflug zum Gertrude Saddle und dadurch automatisch Punkt 2: Nochmal die Milford Road entlang fahren, die durchaus als eigener Programmpunkt gelten kann.
Ich glaube, in dem Abschnitt über den Ausflug zum Milford Sound wurde sie bereits erwähnt und fotografisch eingebracht, aber das muss hier einfach noch ein zweites Mal sein.
Wir sind nämlich wesentlich früher losgefahren und konnten so die Morgenstimmung einfangen und sind im Sonnenuntergang zurück gefahren, was den ganzen Weg nochmal anders beleuchtet hat, im wahrsten Sinne. Außerdem war diesmal das Wetter gut, das machte das ganze noch besser!
Am Morgen war erstmal alles mit Nebel bedeckt bzw Wolken? Wer weiß das schon so genau in den Bergen...
Nun ja, so sah unser Hinweg jedenfalls aus:
Ich habe jetzt mal im Wesentlichen Bilder von Stellen hochgeladen, die im letzten Bericht nicht enthalten waren.
So, das eigentliche Ziel war nach 2 Stunden fahrt dann erreicht: Das Gertrude Valley.
Hinter diesen Bäumen verborgen sollte ein Tal liegen, an dessen Ende man nach gut 45 Minuten ankommt und dann hinaufsteigen kann zum Gertrude Saddle, der großartige Aussichten bieten sollte, 4-6 Stunden Wanderung vom Parkplatz und wiede zurück.
Heute durfte ich lernen, was die Wanderkategorie "very demanding" in meinem Wanderführer bedeutet, Stufe 5 von 5.
Was erst durch den gemütlichen Wald führte, dann über ein an diesem Tag zum Glück ausgetrocknetes Flussbett, wurde schnell zu einer Wanderung über immer größer werdende Felsen.
Vielleicht kann man es ja auf diesem Bild hier erahnen:
Die grauen Flüsse sind die leeren Flussbetten mit teils kleinen, teilweise aber auch knie- bis oberschenkelhohen Felsen. Zum Maßstab: Wanderer wären nur als kleine Punkte mit recht viel Mühe erkennbar.
Nun ja, das ganze hat dann schon eine Stunde gedauert.
Entgegenkommende Wanderer berichteten, dass dies der gemütliche Teil der Wanderung war bisher, es würde jetzt der steile Kletterteil kommen, noch gut 2 Stunden bis oben.
Okay, gut, mal probieren.
Was dann kam, wäre in Deutschland keinesfalls mehr als Wanderweg irgendeiner Art durchgegangen... Es war wirklich steil. Seeeeeehr steil. Nach der nächsten Steinetage greifen, sich an Stahlseilen entlang die Steigung hochziehen, vorbei an Schnee, durch schlimmen rutschenden Kies, in der Hoffnung, keine Gerölllawinen auszulösen (oder gar mitzurutschen), ging es dann auf die erste Etage des Berges, einem unfassbar klaren Bergsee:
Je nach Blickwinkel waren die Reflexionen echt abgefahren. Da könnte man durch entsprechendes Beschneiden der Bilder bestimmt viele psychedelisch anmutende Formen herauszaubern. Vielleicht erinnert mich jemand daran an einem Regentag oder wenn ich wieder zurück bin.
Der Blick nach oben sah so aus, das war der "Wanderweg":
Fast oben! Da hat jemand schon einen Shelter gebaut für die abgekämpften Wanderer, entweder um endlich mal wieder Schatten zu haben oder als Windschutz an einem nicht so schönen Tag?
Und endlich: Geschafft!
Was für ein Ausblick, das war die Mühe wert!
Hier oben wohnen Keas, die einzigen Papageien der Welt, die im Gebirge leben. Der hier guckte neidisch auf meinen Apfel von seinem Felsen (dem Shelter), unter dem ich Schatten gesucht hatte, bis er dann von oben ankam und mich ankrächzte. Die sind ganz schön groß, bestimmt nen halben Meter oder so.
Irgendwann hieß es dann natürlich: Den ganzen Weg wieder runter! Ächz...
Da ich diesmal anders runter gelaufen bin als vorher nach oben, kam ich an Blumen vorbei, die es irgendwie geschafft haben, dort im steinigen Nichts Fuß zu fassen.
Zum Schnee wollte ich dann auch noch, einen kleinen Schneemann bauen, aber das war dann leider doch ziemlich festes Eis. Sah aber immerhin cool aus:
Auf dem Weg nach unten hatte ich wieder Gesellschaft: Die beiden Keas fanden es wohl amüsant, mir beim Abstieg zuzugucken und tauchten immer wieder mal auf und krächzten mich an.
Einmal haben sie mich echt überrascht: Ich musste nochmal durch ein Flussbett, das ziemlich steil war, und als ich mich da gerade wieder rausquälte, saß da auf einmal einer der Keas und guckte mich an. Und kam näher. Und näher. Ich hätte ihn ohne Weiteres anfassen können, so nah war er!
Das hab ich dann aber mal lieber gelassen, wer weiß, was die mit ihren riesigen Krallen und Schnäbeln so anrichten können. Tschipsys Bisse waren ja schon schmerzhaft, und der war nur ein kleiner Nymphensittich. Beim Kea ist bestimmt ein ganzer Finger weg.
Irgendwann, Stunden später, war ich dann wieder am Parkplatz. Die Sonne ging schon unter, von wegen 4-6 Stunden, das waren 7 1/2 Stunden Kletterpartie. Sonst sind die Zeitangaben der Wanderwege immer eher zu großzügig bemessen, mal was Neues!
Der Rückweg führte dann wieder über die Milford Road, diesmal im warmen Licht der späten Nachmittagssonne und auch im überaus schönen und bunten Sonnenuntergang des Tages.
Die Milford Road gilt als eine der schönsten Straßen der Welt, wie man hier sagt, aber ich hab auch wirklich keinerlei Zweifel daran:
Das waren nun auch die letzten Tage im schönen Fiordland.
Heute geht es weiter Richtung Süden, via Invercargill nach Stewart Island.
Da gibt es tagaktive Kiwis. Und Pinguine. Mit etwas Glück seh ich ja irgendwas davon!
Wow! Die Berge sind toll! Grüße von Verena :)
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