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Wednesday, 25 April 2012

Einsame Insel


Endlich, der lang ersehnte Ausflug nach Stewart Island - der eigentliche Grund, warum wir überhaupt nach Invercargill gekommen waren (aber Invercargill ist jetzt einfach mal eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll).
Mit der Fähre ging es eine Stunde übers Meer zur Insel. Die Fähre war ziemlich cool, wie ein großes Speedboat. Wir waren ziemlich schnell unterwegs und mit einem bisschen Wellengang war es ein wenig wie Karussell fahren, mit Kribbeln im Bauch und so. Elisa war leider ein wenig seekrank, was eigentlich ne lustige Geschichte ist, da sie ja viele Monate auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet und folglich auch gelebt hat.
In Stewart Island angekommen, haben wir noch schnell im DOC Office unsere Buchungskarten für die Zeltplätze abgeholt und dann ging´s los!

 
1. Tag: Halfmoon Bay nach Port Williams
Der Anfang des Wanderwegs folgte der normalen Straße und war dementsprechend schnell und einfach zurückzulegen. Wir wunderten uns schon, warum die 12 Kilometer 6 Stunden dauern sollten?!
Wir sind an vielen schönen Stränden vorbei gekommen, der Halfmoon Bay, der Horseshoe Bay (was im übrigen quasi gleiche Formen beschreibt...) und einigen anderen netten kleineren Buchten. Da war es sehr schön und es gab viele coole Muscheln.
Der erste Campingplatz im Maori Beach war schon ein echter Hingucker, aber wir mussten ja noch weiter zu Port William.





Es gab auch tiefe und steile Canyons, unfassbar, aber echt anstrengend!!!

 
Es zeigte sich dann auch bald, warum man für die 12 Kilometer 6 Stunden brauchen sollte laut Wanderführer: Am Ende der Straße bog der Weg ab und wandelte sich zu einem regulären Wanderweg mit viel bergauf und bergab, relativ anstrengend, aber mit vielen schönen Ausblicken auf die zahlreichen Strände und Buchten. Muss echt super sein im Sommer, wenn das Wasser wärmer ist. Bei Wind, der die Sandflies vertreibt, die auch hier wieder eine wahre Plage sind. Schlimm. Da sieht man Traumstände allererster Güte, lässt sich nieder mit seiner Stulle und wird von einer Horde dieser miesen Viecher attackiert und nahezu aufgefressen.

 
Der Campingplatz, der für diese Nacht unser Zuhause werden sollte, war wunderbar: Direkt am Strand, wow!



Kiwis soll es auch geben, sagte der Ranger, der abends vorbei kam. Haben wir leider nicht gesehen oder gehört, aber am nächsten Morgen waren Spuren im Sand, die eventuell Kiwispuren sein könnten
Habe die erste Nacht in meinem neuen Zelt geschlafen, war super. Sehr bequem, hundertprozent insektendicht. Und so sieht es aus, mein neues Haus:


Bin trotzdem zerstochen ohne Ende. Die Sandflies haben mich beim Aufbauen erwischt, so ein Ärger. Und dabei war ich schneller als eine Zigarettenlänge. Unfassbar!

Tag 2: Port Williams nach North Arms Hut
Nach einem seeehr ausgiebigen Schlaf von nahezu 12 Stunden ging es dann weiter auf unserem Weg. Diesmal führte er wesentlich mehr durch Wälder als an Stränden vorbei. 





Aber die waren auch schön. Auf dem Weg gab es nach kurzer Zeit eine alte Eisenbahn zu bestaunen, weil hier mal Holz geschlagen und abtransportiert wurde. Wieder so eine historische Stätte gegründet auf der Faulheit, den rostigen Kram aus dem Wald herauszuräumen. War aber trotzdem cool.
Der Weg ging wieder sehr viel auf und ab. Ein Glück, dass meine Wanderschuhe endlich ordentlich eingelaufen sind, ich brauche schon keine Blasenpflaster mehr. Einfach nur dieselben Socken anbehalten. Ist zwar fies, aber hilft. Stinken tut man ja eh bei ner Mehrtageswanderung, und das auch schon nach Tag Eins.
Der Weg wurde mit der Zeit immer matschiger und es kamen auch immer mehr Hindernisse dazu, umgestürzte Bäume und Wurzeln und so. Aber nicht so wüst wie in Manapouri. War auch nicht so lang, vielleicht eine oder eineinhalb Stunde. War cool, hat nochmal Spaß gemacht, sich an Baumstämmen um Schlammpfützen zu schwingen. 

 
Der zweite Zeltplatz war neben der North Arm Hut oben im Wald. Schade eigentlich, der wurde umgelegt vom Strand nach dort oben, weil am Strand ne Baustelle war. Aber andererseits auch gut, denn im Wald gibt´s keine Sandflies.
Dafür haben wir nachts ein Possumpärchen gesehen. Die waren viel größer, als wir alle gedacht haben. Wir hatten zwar alle mal Bilder gesehen, aber wir dachten, die wären vielleicht so groß wie Frettchen. Die waren aber größer als Katzen. Und der Zeltplatz befand sich direkt auf ihrem Bau. Naja...machste nix. Die sind aber nicht dafür bekannt, aggressiv zu sein oder so, also nicht so wild.
Krass war die totale Stille im Wald bei Nacht. Bin mal so gegen eins wachgeworden und man konnte echt jedes einzelne Blatt, das herabfiel, förmlich auf den Boden krachen hören. Morgens gab es dafür ein sehr lautes, aber schönes Vogelkonzert. Die Vögel hier sind eh sehr singfreudig und dabei nicht besonders scheu. Die setzen sich schon mal vor oder neben einen und singen einem was vor. Voll super!



Tag 3: North Arm Hut zu Halfmoon Bay
So, noch ein paar Kilometer und ein Berg, dann ist die Wanderung geschafft!
Diesmal war der Weg wieder ein Mix aus Wald- und Strandabschnitten, sehr schön alles. Auch hier wieder hoch und runter, runter und hoch, Berg nach Berg. Aber nicht mehr so viele uind hohe Berge wie vorher, also alles sehr moderat. Wobei es sich am Ende ziemlich gezogen hat.





Zur Belohnung wollten wir uns eigentlich einen schönen Crepe gönnen (hatten aufm Hinweg eine Creperie gesehen). Da der dann aber unfassbare 17 $ kostete, haben wir den lokalen Supermarkt aufgesucht und uns mit einer Büchse roter Bohnen begnügt. Waren auch gut. Gibt´s hier in zahlreichen Varianten. Baked Beans mit Würstchen, geräuchert, mit Gemüse x, Sauce y.
Haben dann eine Fähre früher genommen, weil wir so fix waren. Und das war auch gut, denn auf unserer Überfahrt haben wir so Delphine gesehen, die unser Boot begleitet haben. Voll schön, endlich Delphine!

So, nächstes Mal folgt das Kapitel Invercargill.
Bin jetzt erstmal in Dunedin. Sehr nett hier. Leichter Zivilisationsschock, aber sonst alles gut.


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