Endlich, der lang ersehnte Ausflug nach
Stewart Island - der eigentliche Grund, warum wir überhaupt nach
Invercargill gekommen waren (aber Invercargill ist jetzt einfach mal eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll).
Mit der Fähre ging es eine Stunde
übers Meer zur Insel. Die Fähre war ziemlich cool, wie ein großes
Speedboat. Wir waren ziemlich schnell unterwegs und mit einem
bisschen Wellengang war es ein wenig wie Karussell fahren, mit
Kribbeln im Bauch und so. Elisa war leider ein wenig seekrank, was
eigentlich ne lustige Geschichte ist, da sie ja viele Monate auf
einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet und folglich auch gelebt hat.
In Stewart Island angekommen, haben wir
noch schnell im DOC Office unsere Buchungskarten für die Zeltplätze
abgeholt und dann ging´s los!
1. Tag: Halfmoon Bay nach Port Williams
Der Anfang des Wanderwegs folgte der
normalen Straße und war dementsprechend schnell und einfach
zurückzulegen. Wir wunderten uns schon, warum die 12 Kilometer 6
Stunden dauern sollten?!
Wir sind an vielen schönen Stränden
vorbei gekommen, der Halfmoon Bay, der Horseshoe Bay (was im übrigen
quasi gleiche Formen beschreibt...) und einigen anderen netten
kleineren Buchten. Da war es sehr schön und es gab viele coole
Muscheln.
Der erste Campingplatz im Maori Beach
war schon ein echter Hingucker, aber wir mussten ja noch weiter zu
Port William.
Es gab auch tiefe und steile Canyons, unfassbar, aber echt anstrengend!!!
Es zeigte sich dann auch bald, warum
man für die 12 Kilometer 6 Stunden brauchen sollte laut
Wanderführer: Am Ende der Straße bog der Weg ab und wandelte sich
zu einem regulären Wanderweg mit viel bergauf und bergab, relativ
anstrengend, aber mit vielen schönen Ausblicken auf die zahlreichen
Strände und Buchten. Muss echt super sein im Sommer, wenn das Wasser
wärmer ist. Bei Wind, der die Sandflies vertreibt, die auch hier
wieder eine wahre Plage sind. Schlimm. Da sieht man Traumstände
allererster Güte, lässt sich nieder mit seiner Stulle und wird von
einer Horde dieser miesen Viecher attackiert und nahezu aufgefressen.
Der Campingplatz, der für diese Nacht
unser Zuhause werden sollte, war wunderbar: Direkt am Strand, wow!
Kiwis
soll es auch geben, sagte der Ranger, der abends vorbei kam. Haben
wir leider nicht gesehen oder gehört, aber am nächsten Morgen waren
Spuren im Sand, die eventuell Kiwispuren sein könnten
Habe die erste Nacht in meinem neuen
Zelt geschlafen, war super. Sehr bequem, hundertprozent
insektendicht. Und so sieht es aus, mein neues Haus:
Bin trotzdem zerstochen ohne Ende. Die Sandflies haben
mich beim Aufbauen erwischt, so ein Ärger. Und dabei war ich
schneller als eine Zigarettenlänge. Unfassbar!
Tag 2: Port Williams nach North Arms
Hut
Nach einem seeehr ausgiebigen Schlaf
von nahezu 12 Stunden ging es dann weiter auf unserem Weg. Diesmal
führte er wesentlich mehr durch Wälder als an Stränden vorbei.
Aber die waren auch schön. Auf dem Weg gab es nach kurzer Zeit eine
alte Eisenbahn zu bestaunen, weil hier mal Holz geschlagen und
abtransportiert wurde. Wieder so eine historische Stätte gegründet
auf der Faulheit, den rostigen Kram aus dem Wald herauszuräumen. War
aber trotzdem cool.
Der Weg ging wieder sehr viel auf und
ab. Ein Glück, dass meine Wanderschuhe endlich ordentlich
eingelaufen sind, ich brauche schon keine Blasenpflaster mehr.
Einfach nur dieselben Socken anbehalten. Ist zwar fies, aber hilft.
Stinken tut man ja eh bei ner Mehrtageswanderung, und das auch schon
nach Tag Eins.
Der Weg wurde mit der Zeit immer
matschiger und es kamen auch immer mehr Hindernisse dazu, umgestürzte
Bäume und Wurzeln und so. Aber nicht so wüst wie in Manapouri. War
auch nicht so lang, vielleicht eine oder eineinhalb Stunde. War cool,
hat nochmal Spaß gemacht, sich an Baumstämmen um Schlammpfützen zu
schwingen.
Der zweite Zeltplatz war neben der
North Arm Hut oben im Wald. Schade eigentlich, der wurde umgelegt vom
Strand nach dort oben, weil am Strand ne Baustelle war. Aber
andererseits auch gut, denn im Wald gibt´s keine Sandflies.
Dafür haben wir nachts ein
Possumpärchen gesehen. Die waren viel größer, als wir alle gedacht
haben. Wir hatten zwar alle mal Bilder gesehen, aber wir dachten, die
wären vielleicht so groß wie Frettchen. Die waren aber größer als
Katzen. Und der Zeltplatz befand sich direkt auf ihrem Bau.
Naja...machste nix. Die sind aber nicht dafür bekannt, aggressiv zu
sein oder so, also nicht so wild.
Krass war die totale Stille im Wald bei
Nacht. Bin mal so gegen eins wachgeworden und man konnte echt jedes
einzelne Blatt, das herabfiel, förmlich auf den Boden krachen hören.
Morgens gab es dafür ein sehr lautes, aber schönes Vogelkonzert.
Die Vögel hier sind eh sehr singfreudig und dabei nicht besonders
scheu. Die setzen sich schon mal vor oder neben einen und singen
einem was vor. Voll super!
Tag 3: North Arm Hut zu Halfmoon Bay
So, noch ein paar Kilometer und ein
Berg, dann ist die Wanderung geschafft!
Diesmal war der Weg wieder ein Mix aus
Wald- und Strandabschnitten, sehr schön alles. Auch hier wieder hoch
und runter, runter und hoch, Berg nach Berg. Aber nicht mehr so viele
uind hohe Berge wie vorher, also alles sehr moderat. Wobei es sich am
Ende ziemlich gezogen hat.
Zur Belohnung wollten wir uns
eigentlich einen schönen Crepe gönnen (hatten aufm Hinweg eine
Creperie gesehen). Da der dann aber unfassbare 17 $ kostete, haben
wir den lokalen Supermarkt aufgesucht und uns mit einer Büchse roter
Bohnen begnügt. Waren auch gut. Gibt´s hier in zahlreichen
Varianten. Baked Beans mit Würstchen, geräuchert, mit Gemüse x,
Sauce y.
Haben dann eine Fähre früher
genommen, weil wir so fix waren. Und das war auch gut, denn auf
unserer Überfahrt haben wir so Delphine gesehen, die unser Boot
begleitet haben. Voll schön, endlich Delphine!
So, nächstes Mal folgt das Kapitel Invercargill.
Bin jetzt erstmal in Dunedin. Sehr nett hier. Leichter Zivilisationsschock, aber sonst alles gut.
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